Wir helfen Ihnen gerne weiter!

  • Spricht Ihr Kind Wörter falsch aus?
  • Nimmt Ihr Kind kaum Blickkontakt auf?
  • Kommuniziert es nur mit Gesten oder viel zu wenig?
  • Ist Ihr Kind insgesamt zurückhaltend und scheu in Kommunikationssituationen?
  • Spricht Ihr Kind vorwiegend in Ein- bis Zweiwortäußerungen?
  • Fragt es nie oder selten das Typische „Was?“ und „Warum?“?



Beobachten Sie ein nicht altersgemäßes Sprachverhalten bei Ihrem Kind? Dann sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Kinderarzt, denn dies können Symptome einer Sprachentwicklungsstörung sein.

Die Entwicklung der Sprache ist von entscheidender Bedeutung, denn sie beeinflusst nicht nur das soziale und emotionale Wohlbefinden sondern auch die kognitive Entwicklung des Kindes.

In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die reguläre Sprachentwicklung und ihre häuslichen Fördermöglichkeiten sowie über Sprachentwicklungsstörungen, ihre Ursachen und die Rolle der Logopädie bei der Behandlung dieser Störungen.

Die frühzeitige Erkennung und Intervention ist entscheidend, um die sprachliche und soziale Entwicklung der Kinder zu unterstützen.

Was sind Sprachentwicklungsstörungen?

Sprachentwicklungsstörungen beziehen sich auf Schwierigkeiten, die Kinder beim Erlernen und Anwenden der Sprache haben.

Diese Störungen können sich in verschiedenen Formen zeigen, darunter:

Aussprachestörungen (Dyslalie)

Kommt es zu einer Abweichung von regulären Lauterwerb, spricht man von einer Dyslalie. Je nach Alter des Kindes und Ausmaß der Lautbildungsfehler wird zwischen vier Formen der Aussprachestörung unterschieden. Diese Einteilung ist von immenser Wichtigkeit, um den richtigen Therapieansatz und Zeitpunkt für den Behandlungsbeginn auszuwählen.

  • Bei einer Artikulationsstörung werden ein oder mehrere Laute nicht korrekt artikuliert. Der Ziellaut ist eindeutig erkennbar (z.B. Lispeln). Eine Therapie ist ab dem 5. Lebensjahr möglich.
  • Bei einer verzögerten phonologischen Entwicklung treten lediglich zeitliche Abweichungen im Lauterwerb auf. Laute werden ausgelassen oder ersetzt wie es jüngere Kinder normalerweise tun (z.B. Taudummi statt Kaugummi, Sweinsen statt Schweinchen). Kommt es zu einer mehr als 6-monatigen Verzögerung im Lauterwerb, ist logopädische Hilfe notwendig.
  • Bei einer konsequenten phonologischen Störung kommt es zu untypischen Auslassungs- und Ersetzungsprozessen. Beispielsweise werden alle Anlaute nicht gesprochen und durch „h“ ersetzt, aus allen Reibelauten werden Verschlusslaute (z.B. Duß statt Fuß) oder vordere Laute werden nach hinten verlagert (z.B. Ganga statt Mama, Keggi statt Teddy). Die Verständlichkeit des Sprechens ist sehr stark gestört. Eine Therapie ist hier schon mit 3 1/2 Jahren möglich und sinnvoll.
  • Bei einer inkonsequenten phonologischen Störung sprechen Kinder einunddasselbe Wort unterschiedlich aus. Das fehlende System der Ersetzungen führt dazu, dass es oft sogar für die Eltern unmöglich ist, das Kind zu verstehen. Ist dies der Fall, sollte die Therapie frühestmöglich beginnen, d.h. auch schon mit dem 3.Lebensjahr.

Wortschatzdefizite

Kinder haben Probleme beim Erwerb des Wortschatzes. Dieses betrifft einerseits das Sprachverständnis für Wortbedeutungen, andererseits die Speicherung, den Abruf und die Kategorisierung von Wörtern. Diese Kinder kompensieren ihre Wortschatzdefizite häufig uber Mimik und Gestik. Sie nutzen situative Zusammenhänge, um die Bedeutung des Gesagten zu erschließen.

Dysgrammatismus (Syntax/Morphologie)

Der Erwerb des grammatikalischer Regelsystems ist gestört. Im Satzbau (Syntax) ist oft eine falsche Stellung des Verbes auffällig. Es kommt aber auch zu Umstellungen und Auslassungen von Satzelementen. Auf morphologischer Ebene können Schwierigkeiten in der korrekten Flexion der Worte auftreten. Besonders auffällig sind hier z.B. falsche Verbformen und fehlerhafte Mehrzahlbildung.

Pragmatische Störungen

Pragmatische Störungen erkennt man an einer nicht altersgemäßen Kompetenz im Gesprächsverhalten. D.h. Herstellen eines Blickkontaktes, Beginnen und Aufrechterhalten eines Gesprächs, Fragen stellen und Antworten geben können. Diese Kinder sind oft noch nicht in der Lage, unterschiedliche Spielformen (z.B. Rollenspiel und Regelspiel) zu nutzen.

LateTalker

LateTalker beginnen sehr spät zu sprechen und ihr produktiver Wortschatz liegt im 24. Lebensmonat bei weniger als 50 Wörtern. Wird dieses Defizit nicht im 3. Lebensjahr ruckartig aufgeholt, verbleiben Defizite in allen sprachlichen Bereichen und ein frühstmöglicher sprachtherapeutischer Förderbedarf ist gegeben.

Sprachentwicklungsstörungen können in einem oder mehreren dieser Bereiche und in unterschiedlichem Ausmaß auftreten. Sie betreffen nicht nur die Sprache des Kindes, sondern haben Auswirkungen auf die soziale Interaktion und Integration.

Bleiben Sprachstörungen unbehandelt, so begünstigen diese sehr oft unterschiedliche Störungen in anderen Entwicklungsbereichen, die sich nachteilig auf die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes auswirken. Dazu zählen u.a. Verhaltensauffälligkeiten, psychische Störungen, sozial-kommunikative Störungen und Lernstörungen mit Auswirkungen auf die gesamte Schul- und Berufslaufbahn.

So können Sie die Sprachentwicklung ihres Kindes fördern

Sehen Sie Ihr Kind an! Ermuntern Sie Ihr Kind Blickkontakt aufzunehmen.

Blickkontakt signalisiert Nähe und Zuwendung, schafft Vertrauen. Hören und Sehen sind wichtige Voraussetzungen für das Sprechen-Lernen.

Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Kind! Hören Sie Ihm zu!

Setzen Sie Ruhepunkte für das Gespräch mit Ihrem Kind. Nehmen Sie Gedanken und Gefühle Ihres Kindes ernst.

Lassen Sie Ihr Kind aussprechen!

Signalisieren Sie erst Verständnis, nachdem es seine Aussage beendet hat.

Geben Sie Ihrem Kind wertschätzende, aber bei Bedarf auch korrierierende Rückmeldungen!

Wiederholen Sie die Aussage des Kindes mit Ihren Worten, d.h. mit verbesserter Aussprache und Grammatik und schaffen Sie damit regelmäßige positive und korrekte Inputs. Kopieren sie nicht die Sprache Ihres Kindes.

Spielen Sie mit Ihrem Kind!

Durch das Spiel lernt das Kind seine Umwelt begreifen. Das Spiel fördert die Entwicklung des Denkens, der Gefühle und der Sprache. Spiele geben Anstoß zur sprachlichen Mitteilung.

Erzählen Sie Ihrem Kind Geschichten oder lesen Sie Ihm welche vor.

Dadurch werden Aufmerksamkeit, Wortschatz und Sprach-verständnis geschult und die Phantasie Ihres Kindes wird angeregt.

Singen Sie mit Ihrem Kind!

Beim Singen werden der Sprachrhythmus und die Atem-Stimm-Koordination gefördert. Die Entwicklung der Gefühle und der Sprache wird angeregt.

Erlauben Sie Ihrem Kind, sich anzustrengen!

Sie fördern dadurch die natürliche Entwicklung und Sie schenken Ihrem Kind damit Erfolge.

Machen Sie vieles gemeinsam!

Meilensteine der Sprachentwicklung

ab etwa 12. Monat:

Das Kind spricht erste Wörter Es versteht einfache Aufträge. Es reagiert auf seinen Namen. Fragen und Aufforderungen erhalten die typische Sprechmelodie.

ab etwa 18. Monat:

Das Kind versteht einfache Aufforderungen bzw. Fragen. Es benennt bekannte Dinge. Das Kind fragt (was?/wer?/wo?). Der Wortschatz wächst.

ab etwa 2 Jahre:

Das Kind versteht längere Sätze. Es sagt seinen Namen und bildet 2-3-Wortsätze. Das Kind gebraucht das Wort „ich“ und beugt Verben in die 1. und 3.Person.

ab etwa 3 Jahre:

Der Wortschatz des Kindes steigt sprunghaft. Der Satzbau ist korrekt. Das Kind stellt Fragen (warum?) und versteht, seinen Erfahrungen entsprechend, alles.

ab etwa 4 Jahre:

Das Kind kann zusammengesetzte Sätze bilden. Es kann Verben korrekt beugen, den Akkusativ anwenden und die Mehrzahl bilden. Das Kind kann Tätigkeiten differenziert beschreiben. Es benennt sechs Grundfarben sicher und zählt bis vier. Die Aussprache ist bis auf wenige Ausnahmen (Laut sch und Lautverbindungen) korrekt.

ab etwa 5 Jahre:

Die Grammatik weist nur noch unbedeutende Fehlleistungen auf. Die Aussprache ist korrekt. Das Kind zählt bis zehn und benennt acht Grundfarben sicher. Das Kind kann ausführlich und verständlich über Erlebnisse erzählen.

Wann erwerben Kinder welche Laute?

AlterErworbene Laute*Erworbene Konsonanten-verbindungen
1;6 – 1;11m p d
2;0 – 2;5b n
2;6 – 2;11w f l t ch (wie ach) h k (s*)
3;0 – 3;5j ng r g pffr kl
3;6 – 3;11(ts*)bl br fl gl gr
4;0 – 4;5ch (wie ich) dr tr kr kn kw schl schm schn schr schp schw scht
4;6 – 4;11sch
schpr schtr

Quelle: Fox, Annette V.: „Kindliche Aussprachestörungen“, Schulz-Kirchner-Verlag 2004

Bedeutung der logopädischen Behandlung

Die Logopädie spielt eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Sprachentwicklungsstörungen. Unsere Fachleute haben sich auf die Diagnose und Therapie von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen spezialisiert. Die Behandlung umfasst dabei verschiedene Bereiche:

  1. Früherkennung und Diagnose
    Wir führen umfassende Diagnosen durch, um Sprachentwicklungsstörungen zu erkennen. Eine frühzeitige Intervention ist entscheidend, um die Sprachentwicklung eines Kindes zu fördern und Folgestörungen vorzubeugen. Wir nutzen verschiedene Tests und Beobachtungen, um das Sprachverhalten des Kindes zu beurteilen.
  2. Individuelle Therapie
    Die Therapie wird auf die spezifischen Bedürfnisse jedes Kindes abgestimmt. Wir erstellen individuelle Therapiepläne, die auf den jeweiligen Schwächen und Stärken des Kindes basieren. Dies ermöglicht eine zielgerichtete und effektive Therapie.
  3. Förderung der Sprachentwicklung
    Durch gezielte Übungen und Spiele fördern wir die Sprachentwicklung der Kinder. Dabei werden verschiedene Techniken eingesetzt, um das Sprachverständnis, den Wortschatz und die Aussprache zu verbessern. Kreative Ansätze, wie das Verwenden von Geschichten, Rollen- und Regelspielen, können die Motivation der Kinder steigern.
  4. Zusammenarbeit mit Eltern und Erziehern
    Wir arbeiten eng mit den Eltern, Erziehern und anderen Therapeuten zusammen, um den Therapieerfolg zu maximieren. Außerdem geben wir wertvolle Tipps und Anregungen, wie der Spracherwerb zu Hause oder im Kindergarten unterstützt werden kann. Eltern werden ermutigt, aktiv am Prozess teilzunehmen, um die Fortschritte ihrer Kinder zu fördern.
  5. Integration von Spiel und Spaß
    Die Therapie wird so gestaltet, dass sie für die Kinder ansprechend und motivierend ist. Durch den Einsatz von Spielen und kreativen Methoden wird das Interesse der Kinder geweckt und ihre Motivation gesteigert. Kinder lernen oft besser, wenn sie Spaß an der Aktivität haben.

Ursachen von Sprachentwicklungsstörungen

Die Ursachen von Sprachentwicklungsstörungen sind vielfältig und können sowohl genetische als auch umweltbedingte Faktoren umfassen:

  1. Genetische Faktoren: In vielen Fällen können Sprachentwicklungsstörungen familiär bedingt sein. Wenn in der Familie bereits Sprachstörungen aufgetreten sind, besteht ein erhöhtes Risiko. Studien zeigen, dass genetische Prädispositionen einen bedeutenden Einfluss auf die Sprachentwicklung haben können.
  2. Hörprobleme: Kinder, die an Hörproblemen leiden, können Schwierigkeiten beim Erlernen der Sprache haben, da sie nicht in der Lage sind, Sprachlaute richtig wahrzunehmen. Eine rechtzeitige Untersuchung des Hörvermögens ist entscheidend, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen.
  3. Umweltfaktoren: Ein förderliches Sprachumfeld ist für die Sprachentwicklung entscheidend. Ein Mangel an sprachlicher Interaktion, z. B. durch wenig Gespräche mit Eltern oder Bezugspersonen, kann zu Sprachentwicklungsstörungen führen. Studien zeigen, dass Kinder, die in einem reichhaltigen sprachlichen Umfeld aufwachsen, tendenziell schneller und erfolgreicher sprechen lernen.
  4. Neurologische Faktoren: In einigen Fällen können neurologische Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen Sprachentwicklungsstörungen verursachen. Auch frühkindliche Hirnschädigungen können die Sprachentwicklung beeinträchtigen.
  5. Psychosoziale Faktoren: Traumatische Erfahrungen oder emotionale Probleme können ebenfalls die Sprachentwicklung eines Kindes beeinträchtigen. Kinder, die in belastenden familiären Verhältnissen aufwachsen, zeigen häufig eine verzögerte Sprachentwicklung.

Frühzeitige Hilfe bei Sprachentwicklungsstörungen: Fordern Sie jetzt logopädische Unterstützung an

Sprachentwicklungsstörungen sind weit verbreitet und können erhebliche Auswirkungen auf das Leben von Kindern haben. Wir stehen Ihnen in Ebersbach-Neugersdorf als erfahrene Logopäden zur Seite, um eine frühzeitige Diagnose und individuelle Therapie zu gewährleisten. Durch gezielte Maßnahmen wird die Sprachentwicklung gefördert und die Kommunikationsfähigkeit der Kinder verbessert. Eine enge Zusammenarbeit mit Eltern und Erziehern ist entscheidend für den Therapieerfolg.

Wenn Sie Bedenken hinsichtlich der Sprachentwicklung Ihres Kindes haben oder Unterstützung benötigen, zögern Sie nicht, sich an uns zu wenden. Eine frühzeitige Intervention kann den Unterschied ausmachen und Ihrem Kind helfen, seine sprachlichen Fähigkeiten zu entfalten.

In der heutigen Welt, in der Kommunikation eine zentrale Rolle spielt, ist es von größter Bedeutung, dass jedes Kind die Unterstützung erhält, die es benötigt, um seine sprachlichen Fähigkeiten zu entwickeln. Sprachentwicklungsstörungen sollten nicht ignoriert, sondern ernst genommen werden, damit Kinder die bestmöglichen Chancen im Leben haben. Der Weg zur Überwindung von Sprachentwicklungsstörungen kann herausfordernd sein, aber mit der richtigen Unterstützung und Therapie kann jedes Kind seine Kommunikationsfähigkeiten verbessern.